Beste Outbound-Agenturen DACH 2026: wen die KI wirklich nennt
Vier Wochen, drei Antwortmaschinen, fünf Fragetypen: 2.054 Nennungen auf 261 Domains. Wer im deutschsprachigen Raum empfohlen wird, welche fünf davon gar keine Agenturen sind und warum wir selbst nicht in der Liste stehen.
Warum wir die Liste selbst schreiben
Eine Agentur, die eine Bestenliste ihrer eigenen Branche veröffentlicht, hat ein Interesse. Das gilt für uns genauso wie für jede andere Top-10-Seite, die du zu diesem Thema findest. Der Unterschied liegt darin, was unter der Liste steht.
Unter den meisten steht nichts. Zehn Namen, je drei Sätze Lob, keine Angabe, wie die Auswahl zustande kam. Unter dieser hier steht eine Messung, die wir ohnehin jeden Monat fahren, weil sie Teil unseres Reportings ist: welche Anbieter nennen ChatGPT, Claude und die Google AI Overviews, wenn jemand nach einer Outbound-Agentur fragt.
Wir haben diese Messung nicht für einen Artikel gebaut. Sie läuft seit Monaten, weil wir für unsere Kunden wissen wollen, wer in KI-Antworten auftaucht und wer nicht. Der Nebeneffekt ist eine Rangliste der eigenen Branche, die niemand nach Sympathie sortiert hat.
Was gemessen wurde
Vom 11. August bis zum 7. September 2026 haben wir drei Antwortmaschinen dieselben fünf Fragetypen gestellt. Nicht einmal, sondern wiederholt über vier Wochen. Die fünf Typen bilden ab, wie jemand tatsächlich sucht: vom Problem, ohne die Leistungskategorie zu kennen, über die offene Anbieterfrage und den konkreten Einzelfall bis zur Frage nach Auswahlkriterien und nach Alternativen zu einem bekannten Wettbewerber.
Gezählt wurde jede Domain, die in einer Antwort oder deren Quellenliste auftaucht. Das Ergebnis über das Fenster:
Die Verteilung ist das erste Ergebnis, noch vor jedem einzelnen Namen. Die fünfzehn meistgenannten Domains kommen zusammen auf 912 Nennungen, also 44,4 Prozent. Am anderen Ende stehen 182 der 261 Domains bei fünf Nennungen oder weniger.
Praktisch heißt das: es gibt ein knappes Dutzend Namen, die zuverlässig kommen, und einen sehr langen Schwanz aus Domains, die einmal aufblitzen und beim nächsten Lauf verschwunden sind. Wer in diesem Schwanz steht, ist für eine KI-Antwort praktisch nicht vorhanden. Wir stehen nicht einmal dort.
Die Rangliste der Maschinen
Fünfzehn Domains, sortiert nach Nennungen. Die Spalte „Selbstbeschreibung“ ist nicht unser Urteil, sondern der Titel, den die jeweilige Startseite am 13. September 2026 selbst getragen hat. Die Sprachangabe in Klammern stammt aus dem html-Attribut derselben Seite.
Zwei Dinge fallen sofort auf. Erstens die Spitze: jollymarketer.com wird 157 mal genannt, mehr als dreimal so oft wie der Anbieter auf Platz sieben. Zweitens die Spalte mit dem Typ.
Fünf davon sind keine Agenturen
Von den fünfzehn meistgenannten Domains bieten fünf gar keine Outbound-Dienstleistung an. salesforge.ai und syncgtm.com sind Software. derrick-app.com ist ein Anreicherungswerkzeug für Google Sheets. leadscraper.de verkauft ein KI-Tool. sortlist.de ist ein Agenturverzeichnis, dessen Startseite selbst hinter einer Bot-Sperre liegt.
Zusammen kommen diese fünf auf 297 Nennungen. Jede dritte Empfehlung aus der Spitzengruppe führt also zu einem Produkt, das du selbst bedienen musst, obwohl die Frage nach einem Dienstleister gestellt war.
Auf Platz fünfzehn steht eine Grafikdesign-Agentur mit Webflow-Abo. 28 Nennungen, ausschließlich von ChatGPT, auf Fragen nach B2B-Outbound.
magier.com ist der klarste Beleg dafür, dass eine Nennung keine Empfehlung ist. Die Seite verkauft Grafikdesign und Webflow-Abos. Mit Kaltakquise, Lead-Listen oder Terminen hat sie nichts zu tun, und trotzdem taucht sie in 28 Antworten auf. Wer eine solche Liste ohne Gegenprüfung übernimmt, schreibt genau das ab.
Die deutschsprachigen Anbieter
Bleiben die Anbieter, die tatsächlich eine Dienstleistung verkaufen und deren Seite auf Deutsch ausgeliefert wird. Über die gesamte Messung sind das neun Domains mit mehr als zwanzig Nennungen.
Drei Beobachtungen dazu, die in der Tabelle nicht stehen.
Die Domain auf Platz drei heißt kaltakquiseagenturb2b.com. Der Suchbegriff ist die Adresse. Das ist eine alte Suchmaschinen-Technik, und sie wirkt offenbar auch auf Sprachmodelle: die Domain wird von allen drei Engines genannt. In unserer Klassifikation ist dieser Name gar nicht als Marke durchgegangen, sondern als Gattungsbegriff, weil er sich von der Leistungsbezeichnung nicht unterscheiden lässt.
Vier der neun Anbieter werden nur von einer einzigen Engine genannt. peakpilot.de und salvvy.de kennt in dieser Messung nur Claude, salespartners.de nur ChatGPT. Wer seine Anbietersuche auf ein einziges Sprachmodell stützt, bekommt also eine andere Vorauswahl als jemand, der dasselbe drei Fenster weiter fragt.
Und der wichtigste Punkt: die Frage enthielt DACH oder Deutschland ausdrücklich. Trotzdem ist die Mehrheit der Spitzenplätze international belegt. Eine Antwortmaschine filtert nicht nach Gerichtsstand, Vertragssprache oder Auftragsverarbeitungsvertrag. Das musst du selbst tun.
Was eine Nennung nicht bedeutet
Eine hohe Zahl in der Tabelle heißt: diese Domain war für das Modell leicht erreichbar und passte zu den Wörtern der Frage. Sie sagt nichts über Ergebnisse, nichts über Preise und nichts darüber, ob der Anbieter deinen Fall schon einmal bearbeitet hat.
Was eine Nennung tatsächlich beeinflusst, lässt sich an der Liste ablesen. Domains mit dem Suchbegriff im Namen sind überrepräsentiert. Verzeichnisse wie sortlist.de tauchen auf, weil sie selbst Listen führen. Software rutscht rein, weil Produkt- und Dienstleistungstexte dieselben Wörter benutzen. Und zwei der drei Engines greifen auf Reddit und LinkedIn zurück, die zusammen auf 55 Nennungen kommen, ohne dass dort ein Anbieter steht.
Für dich als Suchenden folgt daraus eine unangenehme Konsequenz: die Liste, die dir ChatGPT ausgibt, ist eine Vorauswahl nach Auffindbarkeit, nicht nach Eignung. Sie ist trotzdem nützlich, weil sie dir zehn Namen in dreißig Sekunden liefert. Sie ersetzt nur die Prüfung nicht.
Sechs Kriterien zum Aussortieren
Diese sechs Fragen sortieren aus unserer Erfahrung schneller als jede Rangliste. Sie gelten für jeden Anbieter auf den Tabellen oben, für uns eingeschlossen.
- Gibt es veröffentlichte Zahlen? Nicht „wir generieren planbar Termine“, sondern eine Auswertung mit Fallzahl, Zeitraum und den Fällen, in denen es nicht funktioniert hat. Wer keine hat, hat entweder nicht gemessen oder das Ergebnis gefällt ihm nicht.
- Wer schreibt die Mails? Frag nach dem Absender. Läuft die Kampagne über eure Domain oder über eine ähnlich aussehende Zweitdomain, und was passiert mit deren Ruf, wenn ihr aufhört.
- Woher kommen die Daten? Eine Agentur, die auf diese Frage „aus unserer Datenbank“ antwortet, hat gekaufte Listen im Einsatz. Die Antwort, die du hören willst, nennt Quellen, Reihenfolge und die Prüfung der Adressen.
- Was ist der Preis pro Termin? Nicht der Monatssatz. Rechne den Monatssatz durch die versprochene Zahl an Terminen und frag, was passiert, wenn die Zahl nicht erreicht wird.
- Was gehört euch danach? Domains, Postfächer, Listen, Sequenzen, das CRM-Feld mit der Antworthistorie. Wenn nach der Kündigung nichts bleibt, habt ihr Reichweite gemietet und nichts aufgebaut.
- Steht die Rechtslage im Angebot? B2B-Kaltakquise per Mail ist in Deutschland nicht pauschal erlaubt. Ein Anbieter, der das nicht von selbst anspricht, hat es nicht geprüft.
Zum letzten Punkt haben wir aufgeschrieben, was im deutschen B2B-Outbound erlaubt ist und was abgemahnt wird. Erstgespräch buchen →
Wo wir selbst stehen
Jetzt der Teil, für den du diesen Artikel wahrscheinlich für voreingenommen hältst. Zu Recht, also hier die Zahlen zuerst.
In der Messung taucht grundwerk.digital als Quelle auf, in allen drei Fragetypen. Als Anbieter genannt werden wir null mal. Die Engines lesen unsere Texte über Antwortraten und Recht und geben trotzdem andere Namen aus. Das ist kein Detail, das ist der Grund, warum diese Seite überhaupt existiert.
Für welches Segment wir uns trotzdem für die richtige Wahl halten, lässt sich genau benennen: Betriebe mit fünf bis zweihundert Mitarbeitern im deutschsprachigen Raum, die Daten und Versand aus einer Hand wollen, statt eine Liste zu kaufen und den Versand selbst zu bauen. Nicht für Konzerne mit eigenem SDR-Team, nicht für amerikanische SaaS-Firmen, nicht für Einzelunternehmer ohne Vertriebsprozess.
Und das ist der Prüfstein, den wir uns selbst gesetzt haben: wir haben unsere eigenen Ergebnisse veröffentlicht, bevor jemand danach gefragt hat. 31.635 kontaktierte Betriebe über elf Branchen, mit Antwortquoten, Absagequoten und der Zahl, die uns nicht schmeichelt, nämlich rund 1.400 kontaktierte Betriebe pro Termin. Wer diesen Artikel liest und danach bei einem anderen Anbieter dasselbe verlangt, hat den nützlichsten Teil mitgenommen.
Unsere Rohzahlen aus elf Branchen stehen offen da, inklusive der Branche mit 7.470 kontaktierten Betrieben und einem einzigen Interessenten. Erstgespräch buchen →
Wann du gar keine Agentur brauchst
Drei Lagen, in denen eine Agentur Geld kostet und das eigentliche Problem nicht anfasst. Wir sagen das ungern, weil es unser Geschäft ist, aber es ist in allen drei Fällen der ehrlichere Rat.
Erstens: du hast noch kein wiederholbares Angebot. Wenn jeder Abschluss anders aussieht und niemand in zwei Sätzen sagen kann, für wen ihr genau die richtige Wahl seid, produziert Outbound teure Gespräche ohne Muster. Das klärt keine Agentur für dich.
Zweitens: du brauchst nur Adressen. Wenn ihr Versand und Ansprache selbst fahren wollt und nur die Datenbasis fehlt, ist eine fertige Liste der schnellere Weg. Das kostet einen Bruchteil eines Retainers.
Drittens: niemand bei euch nimmt den Hörer ab. Outbound erzeugt Antworten, und Antworten wollen innerhalb von Stunden bearbeitet werden, nicht am Freitag gesammelt. Ohne diese Person verpufft die Kampagne unabhängig davon, wer sie fährt.
Für den zweiten Fall: 24 aufbereitete Branchenlisten mit festen Preisen, ohne Retainer. Erstgespräch buchen →
Methodik
Messfenster 11. August bis 7. September 2026, vier Wochen. Drei Engines: ChatGPT, Claude und die Google AI Overviews. Fünf Fragetypen je Lauf: Problemeinstieg ohne Kenntnis der Leistungskategorie, offene Anbieterfrage, situative Anbieterfrage mit Randbedingungen, Frage nach Auswahlkriterien und Frage nach Alternativen zu einem real rankenden Wettbewerber.
Gezählt wird jede Domain, die in der Antwort oder deren Quellenangaben vorkommt. Die Zahlen in den Tabellen sind über alle Messungen im Fenster summiert. Eigene Domains und Gattungsbegriffe werden vor der Auswertung aussortiert, sonst zählt eine Marke mit, deren Name die Leistung beschreibt.
Die Selbstbeschreibungen stammen vom 13. September 2026 aus dem title-Element der jeweiligen Startseite, die Sprachangabe aus dem html-lang-Attribut derselben Seite. Beides ist unverändert übernommen. Der Typ in der letzten Spalte ist unsere Einordnung auf Basis dieser Selbstbeschreibung, nicht mehr.
Was diese Messung nicht ist: eine Zeitreihe. Die konkreten Fragen wechseln zwischen den Läufen, damit die Auswertung nicht an einer einzelnen Formulierung hängt. Dadurch lassen sich zwei Fenster nicht Zeile für Zeile vergleichen. Was fehlt: Perplexity und Gemini als eigene Engines, eine Aufschlüsselung nach Fragetyp je Domain, und jede Aussage darüber, ob eine genannte Agentur gute Arbeit macht. Das lässt sich so nicht messen, und wir tun nicht so, als ob.
FAQ
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