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Clay Formulas: die 15 nützlichsten Formeln

Fünfzehn Formeln zum Kopieren: Namen säubern, Domains normalisieren, Snippets bauen, Leads scoren. Jede mit der Stelle an der sie bricht, plus die Reihenfolge der Spalten, die deine Credit-Rechnung um 40 Prozent senkt.

Tom Schiller
Tom Schiller
Founder, Grundwerk Digital
20. August 202614 Min. Lesezeit
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Wo Formeln in Clay sitzen

Die meisten Leute benutzen Clay als Enrichment-Werkzeug: Liste rein, Anbieter drauf, Mails raus. Die Formel-Spalten daneben wirken wie Beiwerk. Tatsächlich entscheiden sie über zwei Dinge, die am Ende des Monats sichtbar werden: über deine Rechnung und darüber, ob die Personalisierung sauber aussieht.

Der Grund ist simpel. Eine Formel-Spalte rechnet lokal in der Tabelle und kostet keine Credits. Eine Enrichment-Spalte fragt einen Anbieter und kostet welche. Wenn also eine Formel entscheiden kann, dass eine Zeile ohnehin nicht in die Kampagne kommt, dann gehört sie vor die teuren Spalten. Alles, was danach nicht mehr läuft, wird nicht berechnet.

Die Reihenfolge der Spalten ist in Clay keine Kosmetik. Sie ist der Unterschied zwischen einer Tabelle, die 5.000 Zeilen anreichert, und einer, die 3.000 anreichert und für dasselbe Ergebnis 40 Prozent weniger kostet."

Der zweite Grund ist Textqualität. Alles, was du in eine Kampagnen-Variable schreibst, wird irgendwann jemand lesen. „Hallo DR. MÜLLER-SCHMIDT“ oder „Hallo Info“ entsteht nicht durch schlechtes Texten, sondern durch eine fehlende Formel zwischen Import und Sequenz. Vier Zeilen Bereinigung verhindern das für alle folgenden Kampagnen.

Die 3 Spalten-Typen

Bevor die Formeln kommen, die Abgrenzung. Clay bietet dir drei Wege, einen Wert zu berechnen, und sie unterscheiden sich nicht im Ergebnis, sondern in Kosten und Verlässlichkeit.

Typ A
Formel-Spalte
Deterministisch, kostenlos, sofort
JavaScript-Ausdruck über andere Spalten. Gleiche Eingabe gibt immer dieselbe Ausgabe.
Wann: Immer wenn sich die Regel in einem Satz aufschreiben lässt. Der Standardfall.
Typ B
AI-Spalte
Interpretierend, kostet Credits, nicht reproduzierbar
Prompt über Spalteninhalte, meist über Website-Text oder Profilbeschreibungen.
Wann: Wenn die Regel Beurteilung verlangt statt Logik. Immer erst nach dem Vorfilter.
Typ C
Lookup-Spalte
Verweist auf eine andere Tabelle
Sucht einen Wert in einer zweiten Clay-Tabelle, etwa der Suppression- oder Kundenliste.
Wann: Für Abgleiche gegen Bestandslisten, bevor ein Kontakt in eine Kampagne geht.

Die Formel-Spalte erwartet einen JavaScript-Ausdruck. Auf andere Spalten greifst du über den Spalten-Picker zu, nicht über den abgetippten Namen. Das ist kein Stilhinweis: Clay setzt intern eine eigene Referenz ein, und nur damit überlebt die Formel ein Umbenennen der Quellspalte. Wer den Namen tippt, hat beim nächsten Aufräumen stille Fehler.

Die eine Regel, die jede Formel braucht

Prüfe zuerst, ob der Wert existiert, und rechne dann. Der häufigste Grund für eine leere Formel-Spalte ist ein Aufruf auf eine leere Zelle, der einen Fehler wirft. Clay zeigt dann nichts an, und du suchst den Fehler im Ausdruck, obwohl er in den Daten steckt. Alle Formeln unten sind so geschrieben, dass sie bei leerem Input einen definierten Wert liefern statt gar keinen.

Namen und Texte säubern

Die fünf Formeln, die vor jeder Kampagne laufen sollten. Sie kosten nichts und verhindern die Fehler, die man dem Empfänger sofort ansieht.

#01Vorname säubern
(/Vorname || "")
  .trim()
  .split(" ")[0]
Bricht bei: Doppelnamen mit Bindestrich bleiben erhalten, weil nur am Leerzeichen getrennt wird. Wer zusätzlich am Bindestrich trennt, macht aus Anna-Lena eine Anna.
#02Titel und akademische Grade entfernen
(/Vorname || "")
  .replace(/^(Dr.?|Prof.?|Dipl.-?w*.?|Mag.?|Ing.?)s+/gi, "")
  .trim()
Bricht bei: Namen die zufällig so beginnen. Ein Nachname Mag oder ein Vorname Ingo bleibt heil, weil auf das folgende Leerzeichen geprüft wird.
#03Großschreibung korrigieren
(/Vorname || "")
  .toLowerCase()
  .replace(/(^|[s-])(p{L})/gu, (m) => m.toUpperCase())
Bricht bei: Namenspräfixe wie van, von oder de werden mit großgeschrieben. Wenn dein Markt viele davon hat, nimm eine Ausnahmeliste dazu.
#04Sammeladresse erkennen
/^(info|kontakt|office|mail|team|hallo|service|no-?reply)$/i
  .test((/Vorname || "").trim())
  ? "" : (/Vorname || "").trim()
Bricht bei: Firmen, die tatsächlich jemanden mit einem dieser Namen führen. Selten, aber prüfe die Trefferliste einmal, bevor du sie leerst.
#05Unsichtbare Zeichen entfernen
(/Feld || "")
  .replace(/[​-‍]/g, "")
  .replace(/s+/g, " ")
  .trim()
Bricht bei: Nie. Diese Formel gehört in jede Import-Tabelle, weil aus Web-Scrapes und CSV-Exporten regelmäßig Zeichen mitkommen, die man nicht sieht und die jeden Vergleich scheitern lassen.

Formel 05 ist die unspektakulärste und die, die am meisten Ärger spart. Ein geschütztes Leerzeichen oder ein Zero-Width-Zeichen im Firmennamen sieht identisch aus und ist es nicht. Dein Dedup findet die Dublette nicht, dein Lookup gegen die Suppression-Liste greift nicht, und niemand versteht warum.

Domains und Firmen-Logik

Die Domain ist im B2B der einzige stabile Firmen-Schlüssel. Namen sind uneindeutig, Adressen ändern sich, die Domain bleibt. Damit sie als Schlüssel taugt, muss sie aber erst normalisiert werden.

#03

Die normalisierte Domain

Medium
Position:
Vor Firmen-Enrichment und vor jedem Dedup
Was:
Protokoll, www, Pfad und Parameter abschneiden, in Kleinbuchstaben umwandeln, Subdomains auf die Hauptdomain zurückführen. Ergebnis ist ein Wert, der als Schlüssel taugt.
Warum:
Die Domain ist im B2B der einzige stabile Firmen-Schlüssel. Ohne Normalisierung sind dieselbe Firma mit und ohne www zwei Datensätze, und dein Dedup findet sie nie.
Credits:
Kein Credit-Verbrauch
#06Domain normalisieren
(/Website || "")
  .toLowerCase()
  .replace(/^https?:///, "")
  .replace(/^www./, "")
  .split("/")[0]
  .split("?")[0]
  .trim()
Bricht bei: Länder-Domains mit zwei Endungen wie co.uk bleiben korrekt, weil nur Protokoll, www und Pfad entfernt werden. Nichts wird abgeschnitten, was zur Domain gehört.
#07Subdomain auf Hauptdomain
(() => {
  const p = (/Domain || "").split(".")
  return p.length > 2 ? p.slice(-2).join(".") : (/Domain || "")
})()
Bricht bei: Genau bei co.uk und Verwandten, und bei Shops auf einer Subdomain, die eigene Firmen sind. Für DACH mit de, at und ch passt es, für internationale Listen brauchst du eine Endungs-Liste.
#08Rechtsform aus dem Firmennamen
(/Firma || "")
  .replace(/s+(GmbH|AG|KG|OHG|UG|mbH|e.?K.?|GbR|SE|Co.?).?/gi, "")
  .replace(/s*&s*$/, "")
  .trim()
Bricht bei: Firmen, die eine Rechtsform im Markennamen tragen. Das Ergebnis gehört in eine eigene Spalte für die Anrede, der vollständige Name bleibt für Rechnungen erhalten.
#09Freemail erkennen
/(gmail|googlemail|web|gmx|t-online|yahoo|hotmail|outlook|icloud|freenet)./i
  .test((/Email || "").split("@")[1] || "")
Bricht bei: Kleine Betriebe, die geschäftlich Freemail nutzen. Im Handwerk ist das keine Ausnahme, dort darfst du diese Zeilen nicht pauschal aussortieren.
#10Mail-Muster ableiten
(() => {
  const e = (/BekannteEmail || "").split("@")[0].toLowerCase()
  const v = (/Vorname || "").toLowerCase()
  const n = (/Nachname || "").toLowerCase()
  if (!e || !v || !n) return ""
  if (e === v + "." + n) return "vorname.nachname"
  if (e === v[0] + n) return "v.nachname"
  if (e === v) return "vorname"
  if (e === n) return "nachname"
  return "sonstiges"
})()
Bricht bei: Firmen mit mehreren parallelen Mustern, etwa nach einer Fusion. Das Muster ist ein Hinweis für die Waterfall-Reihenfolge, kein Ersatz für die Verifikation.

Formel 10 ist die, die am meisten Credits spart. Wenn du für eine Firma schon eine verifizierte Adresse hast, kennst du das Muster und kannst die restlichen Kontakte derselben Domain gezielt raten lassen, statt jeden einzeln über mehrere Anbieter zu schicken. Wie die Waterfall-Logik dahinter aufgebaut wird, steht in unserem Beitrag zum Waterfall Enrichment. Verifizieren musst du trotzdem, etwa über Bettercontact, sonst tauschst du Credits gegen Bounces.

Snippets für die Personalisierung

Jetzt die Formeln, deren Ergebnis der Empfänger tatsächlich liest. Hier gilt eine zusätzliche Regel: das Ergebnis muss in jedem Fall einen grammatisch heilen Satz ergeben, auch wenn die Quelldaten fehlen.

#02

Der saubere Vorname

Easy
Position:
Vor jedem Schreiben in eine Kampagnen-Variable
Was:
Titel und akademische Grade entfernen, Doppelnamen erhalten, Großschreibung korrigieren, Firmennamen im Vornamen-Feld erkennen und leeren, statt sie in die Anrede zu schreiben.
Warum:
Der Vorname steht in fast jeder Erstansprache im ersten Satz. Ein „Hallo DR. MÜLLER-SCHMIDT“ oder „Hallo Info“ ist der schnellste Weg, sich als Massenversand zu erkennen zu geben.
Credits:
Kein Credit-Verbrauch
#11Anrede mit Fallback
(/VornameClean || "").length > 1
  ? "Hallo " + /VornameClean
  : "Guten Tag"
Bricht bei: Unisex-Vornamen sind hier kein Problem, weil die Anrede neutral bleibt. Wer nach Geschlecht differenzieren will, braucht eine Zusatzspalte und trifft damit zwangsläufig manchmal daneben.
#12Erste Zeile aus Firmendaten
(/Standort && /Branche)
  ? "als " + /Branche + " in " + /Standort
  : (/Branche ? "als " + /Branche : "")
Bricht bei: Leere Quellspalten. Deshalb liefert die Formel im Zweifel einen leeren String und nicht das Wort undefined. Im Mail-Template steht der Satz dann so, dass er auch ohne diesen Einschub funktioniert.
#13Standort lesbar machen
(/Ort || "")
  .replace(/^(D-|A-|CH-)?d{4,5}s*/, "")
  .split("/")[0]
  .trim()
Bricht bei: Orte, die auch Nachnamen sind, und Doppelnamen mit Schrägstrich. Der Teil vor dem Schrägstrich ist fast immer der gebräuchliche Name.

Der wichtigste Satz zu diesem Abschnitt: eine Formel kann Daten aufbereiten, aber keine Recherche ersetzen. Formel 12 baut aus Branche und Ort einen brauchbaren Halbsatz, und der ist besser als nichts. Er ist aber nicht dasselbe wie ein Satz darüber, was die Firma gerade tatsächlich macht. Wo die Grenze verläuft und was auf der Textebene wirklich Antworten bringt, steht in den sieben Texting-Taktiken.

Kostenloses Asset

Die 15 Formeln als Clay-Tabelle

Eine Vorlagen-Tabelle mit allen fünfzehn Spalten, fertig verdrahtet, plus die zwanzig absichtlich hässlichen Testzeilen zum Gegenprüfen. Duplizieren, eigene Liste einfügen, läuft.

Vorlagen-Tabelle sichern

Scoring und Filter

Die beiden Formeln mit dem größten finanziellen Effekt. Sie entscheiden, welche Zeilen überhaupt in die teuren Spalten laufen.

#01

Der Vorfilter vor dem Enrichment

Easy
Position:
Direkt nach dem Import, vor jeder Enrichment-Spalte
Was:
Eine Bedingung, die Zeilen ohne Firmen-Domain, mit Freemail-Adresse oder außerhalb der Zielgröße auf ein Ausschluss-Kennzeichen setzt. Alle folgenden Spalten laufen nur bei bestandenem Filter.
Warum:
Formeln kosten keine Credits, Enrichment schon. Wer 40 Prozent der Liste vor dem teuren Teil aussortiert, senkt die Rechnung um fast denselben Anteil. Das ist der einzige Hebel in Clay, der sofort und ohne Qualitätsverlust wirkt.
Credits:
Kein Credit-Verbrauch
#14Größen-Score aus Mitarbeiterzahl
(() => {
  const raw = String(/Mitarbeiter || "")
  const n = parseInt(raw.replace(/[^0-9]/g, ""), 10)
  if (!n) return 0
  if (n < 10) return 1
  if (n < 50) return 3
  if (n < 250) return 5
  return 2
})()
Bricht bei: Angaben als Spanne wie 11-50. Der Ausdruck zieht dann die erste Zahl, was für die Einordnung meistens reicht. Wenn deine Quelle oft Spannen liefert, nimm stattdessen den Mittelwert.
#15Gesamt-Score und Ausschluss
(() => {
  const s = (/GroessenScore || 0)
    + (/Freemail ? -2 : 1)
    + (/DomainClean ? 1 : -3)
  return s < 1 ? "AUSSCHLUSS" : String(s)
})()
Bricht bei: Leere Teilspalten. Deshalb wird jede mit einem Standardwert abgesichert. Ohne das wird der ganze Score leer, sobald eine einzige Zutat fehlt.

Warum der Ausschluss vorne stehen muss

Diese Spalte gehört unmittelbar hinter den Import und vor jede Enrichment-Spalte. Alle folgenden Spalten bekommen eine Bedingung, die nur bei nicht ausgeschlossenen Zeilen läuft. Erst dadurch entsteht der Spar-Effekt: bei einer typischen gekauften Liste fallen zwischen 30 und 45 Prozent der Zeilen hier heraus, und für die zahlst du danach nichts mehr.

Der Fehler, den fast jeder einmal macht: erst anreichern, dann filtern. Das Ergebnis ist identisch, die Rechnung nicht. Wer eine vierstellige Liste importiert und den Filter ans Ende setzt, bezahlt für jede Zeile, die er anschließend wegwirft.

Alle 15 Formeln im Überblick

Zum Nachschlagen alle fünfzehn in einer Tabelle, jeweils mit der Stelle, an der sie erfahrungsgemäß bricht. Die Spalten-Referenzen sind oben als Schrägstrich-Notation geschrieben, in Clay setzt du sie über den Spalten-Picker ein.

Nr
Zweck
Gruppe
Bricht bei
01
Vorname säubern
Text
Doppelnamen, wenn du am Bindestrich trennst
02
Titel und Grade entfernen
Text
Namen die zufällig wie ein Titel beginnen
03
Großschreibung korrigieren
Text
Namen mit Präfix wie van oder de
04
Sammeladresse erkennen
Text
Firmen die info als Vornamen führen
05
Leerzeichen und Steuerzeichen entfernen
Text
Nie, gehört in jede Import-Tabelle
06
Domain normalisieren
Firma
Länder-Domains mit zwei Endungen
07
Subdomain auf Hauptdomain
Firma
Shops auf eigener Subdomain die eigene Firmen sind
08
Rechtsform abschneiden
Firma
Firmen die eine Rechtsform im Markennamen tragen
09
Freemail erkennen
Firma
Kleine Betriebe die geschäftlich Freemail nutzen
10
Mail-Muster ableiten
Firma
Firmen mit mehreren parallelen Mustern
11
Anrede aus Vorname und Region
Snippet
Unisex-Vornamen, dann neutral formulieren
12
Erste Zeile aus Firmendaten
Snippet
Wenn die Quellspalte leer ist, Fallback nötig
13
Standort in lesbaren Text
Snippet
Orte die auch Nachnamen sind
14
Größen-Score aus Mitarbeiterzahl
Scoring
Angaben als Spanne statt als Zahl
15
Gesamt-Score und Ausschluss
Scoring
Wenn eine Teilspalte leer ist, dann als 0 werten

Der Test vor dem Produktivlauf

Leg dir eine Testtabelle mit zwanzig absichtlich hässlichen Zeilen an. Ein Name in Großbuchstaben, einer mit Titel, ein Doppelname, eine leere Zelle, eine Domain mit www, eine mit Subdomain, eine Adresse mit Umlaut, eine Sammeladresse. Diese zwanzig Zeilen finden mehr Fehler als tausend saubere, und du brauchst sie nur einmal zu bauen.

Und halte dir eine Vorlagen-Tabelle, in der jede dieser Formeln einmal als Spalte existiert. Neue Tabelle heißt dann kopieren statt neu schreiben. Der eigentliche Gewinn ist nicht die Zeit, sondern dass nicht drei Tabellen drei leicht unterschiedliche Namensbereinigungen haben und niemand mehr weiß, welche die richtige war.

Formel oder AI-Spalte

Zum Schluss die Frage, die in jedem Setup einmal aufkommt: wann hört die Formel auf und wann fängt die AI-Spalte an.

Dimension
Formel
AI-Spalte
Enrichment
Kosten je Zeile
Keine
Credits je Ausführung
Credits je Provider-Treffer
Reproduzierbar
Ja, immer identisch
Nein, Formulierung schwankt
Ja, bei gleichem Anbieter
Geschwindigkeit
Sofort
Sekunden je Zeile
Sekunden bis Minuten
Geeignet für
Regeln die eindeutig sind
Beurteilung, Freitext, Zusammenfassung
Daten die du nicht hast
Typischer Fehler
Leere Spalte durch fehlende Prüfung
Erfundene Werte bei dünnem Input
Falscher Treffer bei Namensgleichheit
Wartbarkeit
Hoch, Logik ist lesbar
Mittel, Prompt driftet mit dem Modell
Hoch, Anbieter tauschbar
Position in der Tabelle
Ganz vorne
Nach dem Vorfilter
Nach dem Vorfilter

Die Grenze ist nicht die Komplexität, sondern die Eindeutigkeit. Ein Firmenname ohne Rechtsform ist eine Regel, die zwei Leute im Team identisch anwenden würden: Formel. Die Frage, ob eine Agentur eher für Handwerksbetriebe oder für Konzerne arbeitet, würden zwei Leute unterschiedlich beantworten: AI-Spalte.

Wenn du die Regel in einem Satz aufschreiben kannst, ohne dass jemand nachfragt, ist es eine Formel. Sobald du „kommt drauf an“ sagen musst, ist es eine AI-Spalte."

Zwei Warnungen zur AI-Spalte, weil sie in der Praxis unterschätzt werden. Erstens: sie ist nicht reproduzierbar. Dieselbe Zeile kann bei einem zweiten Lauf anders bewertet werden, und wenn das Modell dahinter aktualisiert wird, verschiebt sich das Ergebnis über die ganze Tabelle. Was in eine Kampagnen-Variable geht, sollte deshalb aus einer Formel kommen, nicht aus einem Prompt.

Zweitens: bei dünnem Input erfindet sie. Wenn die Website-Spalte leer ist und du trotzdem nach der Branche fragst, bekommst du eine Antwort, die plausibel klingt und geraten ist. Deshalb bekommt jede AI-Spalte eine vorgeschaltete Bedingung auf gefüllten Input, und dieselbe Ausschluss-Logik aus Formel 15 gilt für sie genauso wie für die Enrichment-Spalten.

Der praktische Aufbau, der sich bei uns durchgesetzt hat, ist immer derselbe: Import, Bereinigung per Formel, Vorfilter per Formel, dann Enrichment über Apollo und die Waterfall-Anbieter, danach die AI-Spalten für das, was Beurteilung braucht, und zum Schluss der Übergabe-Filter Richtung Instantly oder Make. Wer diese Reihenfolge einhält, bezahlt für nichts, was er hinterher wegwirft.

Häufige Fragen

In JavaScript-Ausdrücken. Eine Formel-Spalte erwartet einen Ausdruck, der einen Wert zurückgibt, also etwa eine Zeichenketten-Operation oder eine Bedingung. Auf andere Spalten greifst du über den Spalten-Picker zu, nicht über den Klartext-Namen. Das ist wichtig, weil Clay intern eine eigene Referenz einsetzt: wenn du eine Spalte später umbenennst, bleibt die Formel heil. Tippst du den Namen von Hand ab, bricht sie beim Umbenennen.
Formel-Spalten selbst nicht, sie rechnen lokal in der Tabelle. Was Credits kostet, sind die Enrichment-Spalten und die AI-Spalten. Genau daraus folgt der wichtigste Spar-Hebel in Clay: alles, was sich mit einer Formel entscheiden lässt, gehört vor die teuren Spalten. Ein Filter, der 40 Prozent der Zeilen aussortiert, bevor das Enrichment läuft, senkt deine Rechnung um fast dieselben 40 Prozent.
Sobald die Regel nicht mehr aufschreibbar ist. Firmenname aus der Domain ableiten, Rechtsform abschneiden, Leerzeichen normalisieren: alles Formel. Aus einem Website-Text herauslesen, ob die Firma für Handwerksbetriebe oder für Konzerne arbeitet: AI-Spalte. Die Grenze ist nicht die Komplexität, sondern die Eindeutigkeit. Wenn zwei Leute im Team dieselbe Regel unterschiedlich anwenden würden, ist es ein Fall für die AI-Spalte.
Fast immer, weil eine referenzierte Spalte für diese Zeile leer ist und die Formel darauf nicht vorbereitet ist. Ein Aufruf auf einen leeren Wert wirft einen Fehler, und Clay zeigt dann nichts an. Die Lösung ist unspektakulär und gehört in jede Formel: erst prüfen, ob der Wert existiert, dann rechnen. Wer das konsequent macht, hat keine leeren Spalten mehr, sondern definierte Ersatzwerte.
Mit einer Testtabelle aus zwanzig Zeilen, die absichtlich hässlich sind. Ein Name in Großbuchstaben, einer mit Doppelnamen, einer mit Titel davor, eine leere Zelle, eine Domain mit www, eine mit Subdomain, eine mit Umlaut. Diese zwanzig Zeilen decken mehr Fehlerfälle ab als tausend saubere. Erst wenn alle zwanzig richtig durchlaufen, wanderst du in die echte Tabelle.
Nicht als geteiltes Objekt, aber praktisch über eine eigene Vorlagen-Tabelle. Wir halten eine Clay-Tabelle, in der jede Standardformel einmal als Spalte existiert, mit Beispieldaten daneben. Neue Tabelle heißt dann kopieren statt neu schreiben. Das klingt banal, verhindert aber die Variante, bei der drei Tabellen drei leicht unterschiedliche Namens-Bereinigungen haben und niemand weiß, welche die richtige ist.
Beim Namen nichts, der bleibt korrekt geschrieben. Bei der Domain musst du aufpassen: eine Umlaut-Domain existiert technisch in einer Punycode-Schreibweise, und dein Enrichment-Anbieter erwartet meistens die eine oder die andere. Als Regel: für Mail-Muster und Provider-Abfragen die technische Schreibweise verwenden, für alles Sichtbare die lesbare. Und niemals ä zu ae umschreiben, um das Problem zu umgehen, das erzeugt eine Domain, die es nicht gibt.
Ja, sobald die Liste mehr als einmal läuft. Eine Excel-Bereinigung ist einmalig und nicht reproduzierbar, eine Formel-Spalte läuft bei jedem neuen Import automatisch mit. Der eigentliche Gewinn liegt aber woanders: in Clay steht die Bereinigung vor dem Enrichment, in Excel danach. Wer in Excel putzt, hat für die Zeilen, die er anschließend wegwirft, schon bezahlt.
Tom Schiller
Über den Autor

Tom Schiller

Founder, Grundwerk Digital

Tom hat in den letzten zwei Jahren über 50 Outbound-Setups gebaut oder repariert, vom Solo-Founder-Stack bis zum Multi-Mandanten-Volumen. Die Formeln hier stammen aus Clay-Tabellen, die in laufenden Mandaten stehen. Davor 9 Jahre Sales und Operations bei zwei SaaS-Companies.

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    Alexander Kohler
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    Andreas Glemser
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    Geschäftsführer, COCOMIN AG
  • "Sehr gutes Konzept und ein wirklich professioneller Ansatz im Bereich Outreach und Partnerschaften."

    Jackomo Kallen
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