Was Make.com wirklich macht
Make.com (früher Integromat) ist Workflow-Automation für Leute, die kein DevOps-Team haben. Du verbindest visuell zwei oder mehr Tools über Trigger, Filter und Actions. 1.500 plus App-Integrationen, deutlich günstiger pro Operation als Zapier. Pro Aktion zahlst du eine Operation, ein einfacher Lead-Routing-Workflow verbraucht typisch 4 bis 8 Operations.
Das Operations-Konzept ist der Kern. Jedes Modul (jeder API-Call, jeder Filter, jede Iteration) zählt als eine Operation. Bei 10.000 Operations im Core-Plan für 9 USD bekommst du je nach Workflow-Komplexität 1.000 bis 2.500 Leads im Monat durchgeschleust. Wer das System einmal kapiert hat, baut in zwei Stunden Setup eine Pipeline, die einen halben SDR pro Monat einspart.
Die Module-Bibliothek ist die größte Stärke. Für jeden gängigen Sales-Stack gibt es Pre-Built-Module: Apollo, Clay, Instantly, Lemlist, HeyReach, HubSpot, Pipedrive, Close, Slack, Calendly, Google Sheets, Notion. Drag-and-Drop reicht für 70 Prozent der Setups.
„Make ist nicht „nice to have". Wer manuell Apollo-Listen in HubSpot importiert, Instantly-Replies in CRM kopiert oder Slack-Alerts manuell schreibt, verbrennt 8 bis 15 Stunden pro Woche."
Bei Make registrierst du dich kostenlos und bekommst 1.000 Operations pro Monat. Reicht zum Testen der ersten zwei Workflows. Wer das System in einer Woche durchspielt, weiß danach genau, welcher Plan passt.
Die 10 Workflows im Überblick
Diese 10 Workflows sehen wir in über 50 Mandanten-Setups als Standard. Alle in 30 Min bis 2 Stunden aufsetzbar, alle mit messbarer Zeit-Ersparnis. Operations sind konservativ geschätzt und beinhalten Error-Handler-Branches.
„Easy" bedeutet 2 bis 3 Module, 30 Min Setup. „Medium" bedeutet 5 bis 8 Module mit Filter und Iterator, 1 bis 2 h Setup. „Advanced" bedeutet 10 plus Module mit Conditional-Routing und Error-Handling, 2 bis 4 h Setup. Wer Make zum ersten Mal aufsetzt, rechnet je Stufe 1,5x länger.
Workflows 1 bis 3: Lead-Routing
Lead-Routing ist der häufigste Setup-Painpoint und liefert die schnellste Zeit-Ersparnis. Wer hier zwei Stunden investiert, spart pro Monat 8 bis 12 Stunden manuelles Daten-Übertragen.
Apollo → Clay → Instantly Pipeline
MediumSetup-Architektur für Workflow 01
Trigger: Webhook in Make. Apollo schickt CSV-Export per HTTP-POST an den Make-Endpoint. Modul 1: HTTP-Webhook empfängt JSON mit Kontakten. Modul 2: Iterator durchläuft jeden Kontakt einzeln. Modul 3: Clay-API enrichet (Waterfall mit 3 bis 5 Datenanbietern). Modul 4: Filter (nur valide Mails mit Bouncer-Confidence über 85 Prozent passieren). Modul 5: Instantly-Modul „Add to Campaign" mit Custom-Variables. Modul 6: Slack-Notification „X neue Leads in Sequenz Y importiert".
Operations pro Lead: 6 bis 9. Bei 1.000 Leads pro Monat: 6.000 bis 9.000 Operations. Make Core-Plan (10.000 Operations für 9 USD) reicht knapp. Wer Headroom braucht: Pro-Plan mit 10.000 Operations plus bessere Modul-Auswahl.
CRM-Sync zwischen HubSpot/Pipedrive und Cold-Email-Tool
MediumCRM-Sync-Architektur
Bidirektional heißt: zwei Workflows. Der erste reagiert auf Stage-Changes im CRM (HubSpot oder Pipedrive) und pausiert oder aktiviert Instantly-Sequenzen. Der zweite reagiert auf Replies in Instantly oder Smartlead und schreibt sie als Activity in den CRM-Datensatz. Conflict-Detection: bei Stage-Mismatch (z.B. CRM zeigt „Disqualified", Email-Tool aktiv) wird automatisch der CRM-Wert übernommen.
Slack-Notifications bei Replies und Bookings
EasyWann das den Unterschied macht
Hot-Leads (3x Email-Open oder Click) sind 60 bis 80 Prozent wahrscheinlicher zu konvertieren als kalte Leads. Wenn dein SDR binnen 30 Min anruft, schließt du 2 bis 3x öfter ab als wenn der Anruf am nächsten Tag kommt. Die Slack-Alert-Mechanik ist die effektivste 30-Min-Implementierung im ganzen Stack. Wer keine andere Automation baut, sollte mindestens diese eine bauen.
Workflows 4 bis 6: CRM-Sync
CRM-Sync ist die zweite Kategorie mit hohem ROI. Hier sparst du nicht primär Zeit, sondern verhinderst Datenverlust und Pipeline-Lecks.
Calendly-Booking zu CRM-Deal-Creation
MediumMulti-Tool-Sync-Architektur
Calendly-Webhook trifft Make-Router. Fünf parallele Pfade laufen gleichzeitig: CRM-Deal in Pipedrive oder HubSpot anlegen, Google-Calendar-Event mit Briefing erstellen, Slack-Channel-Post mit Lead-Briefing senden, Notion-Page aus Template klonen und mit Lead-Daten füllen, Vorbereitungs-Mail an SDR senden. Eine Booking, fünf parallele Aktionen, 90 Sekunden Setup-Zeit pro Lead.
LinkedIn-Connection zu CRM
MediumLinkedIn-Connection-Loop
HeyReach-Webhook bei Connection-Accept. JSON mit LinkedIn-Profil-Daten landet in Make. ICP-Score-Berechnung (siehe Workflow 08). Bei A-Match: Lead in HubSpot anlegen plus Sales-Sequenz starten. Bei B-Match: in Nurture-Liste plus monatliche Touch-Sequenz. Bei C-Match: Suppression-Liste plus Disqualified-Tag. Wichtig: LinkedIn-Connections haben anderen Tonality-Standard als Cold-Email-Empfänger, Sequenz muss angepasst sein.
Webhook vom Website-Form zu Slack und CRM
EasyForm-zu-Slack-Webhook
Inbound-Leads sind 8x wertvoller als Outbound-Leads, weil sie aktiv Interesse zeigen. Response-Zeit unter 5 Min korreliert mit 8x höherer Conversion-Rate. Make-Setup: Webhook auf Website (Hero-Form, Contact-Page, Pricing-Page) sendet JSON an Make. Honeypot-Check gegen Spam-Bots. Firma-Lookup via Clay. ICP-Match-Berechnung. Bei hohem Match: Slack-DM an Founder plus SMS-Alert. Bei niedrigem Match: nur Channel-Post.
Workflows 7 bis 8: Reply-Handling
Reply-Handling-Automatisierung verhindert, dass dein Inbox-Management mit dem Lead-Volumen mitskaliert. Ab 200 Replies pro Monat ist manuelle Sortierung nicht mehr machbar.
Daily-Reporting-Email mit Aggregations
AdvancedDaily-Reporting-Email Setup
Schedule-Trigger: Werktags 08:00 Uhr Frankfurt-Zeit. Module 1 bis 3: HubSpot-API zieht alle Deals, Activities und Stage-Changes der letzten 24 Stunden. Modul 4: Instantly-API holt Sequenz-Stats (Sent, Reply, Bounce). Modul 5: Calendly-API für gebuchte Termine. Modul 6 bis 7: Aggregation in Make-Variables, Berechnung von Reply-Rate, Cost-per-Meeting, Pipeline-Wert. Modul 8: Email an Founder mit HTML-Tabelle. Modul 9: Slack-One-Liner im Founder-Channel.
Lead-Scoring mit OpenAI
AdvancedLead-Scoring mit OpenAI Setup
OpenAI-Modul in Make: gpt-4o-mini reicht (Tokens günstiger, Score-Qualität fast identisch). Prompt-Template: „Du bist ein Sales-Qualifizier. Bewerte folgenden Lead auf einer Skala von 1 bis 100 basierend auf ICP-Match für Outbound-B2B-SaaS-Services. ICP-Definition: [hier deine Definition]. Lead-Daten: [Firma, Industrie, LinkedIn-Profil]. Output strikt als JSON mit Score und drei Pain-Point-Tags." Costs: 0,005 bis 0,01 USD pro Lead. Bei 2.000 Leads pro Monat: 10 bis 20 USD OpenAI-Kosten.
Make-Templates als JSON-Export
10 fertige Make-Szenarien als Blueprint-JSON. In Make-Konto importieren, API-Keys eintragen, läuft. Setup in 30 Min statt 2 Stunden pro Workflow. Plus Error-Handler und Filter sind schon drin.
Templates anfordern →Workflows 9 bis 10: Reporting
Reporting-Automation befreit den Sales-Lead von manueller Excel-Bastelei. Beide Workflows laufen scheduled oder triggert-basiert.
Bounceback-Cleaner (Email zu CRM-Status)
EasyBounceback-Cleaner-Mechanik
Hard-Bounces verbrennen Domain-Reputation. Jeder nicht-aussortierte Hard-Bounce zählt als negatives Signal beim Receiving-Provider. Setup: Instantly-Webhook bei jedem Bounce-Event. Filter nach Bounce-Type. Bei Hard: CRM-Modul „Update Contact" auf Disqualified plus Suppression-Liste-Eintrag plus aus allen Sequenzen entfernen. Bei Soft: Pause-Status für 14 Tage, danach Retry-Workflow mit alternativer Inbox triggern.
Multi-Inbox-Status-Aggregator
AdvancedMulti-Inbox-Status-Aggregator
Schedule-Trigger: stündlich. Iterator durchläuft alle Sending-Inboxen (typisch 6 bis 30 bei Mid-Volume-Setups). Pro Inbox: API-Call zu Instantly oder Smartlead für Domain-Health-Score, Daily-Volume, Bounce-Rate, Reply-Rate. Aggregation in Google Sheet. Auto-Pause bei Health unter 80 Prozent oder Bounce über 4 Prozent. Slack-Alert an Operations-Channel mit Inbox-Details und Vorschlag zur Recovery.
Make vs n8n vs Zapier
Drei Tools, drei Trade-offs. Hier die Schnell-Entscheidungs-Matrix.
n8n ist eine echte Option, wenn du DevOps-Kapazität hast und sensitive Daten verarbeitest. Self-hosted in EU bedeutet volle Kontrolle, aber auch volle Verantwortung für Updates und Security. Für Standard-Sales geht 95 Prozent der Workflows in Make schneller und ohne Wartungsaufwand.
Faustregel: Standard-Sales-Stack (HubSpot, Pipedrive, Apollo, Instantly, Slack) gehört zu Make. Exotische Tools oder strenge DSGVO-Anforderungen sprechen für n8n self-hosted. Maximale Einfachheit ohne Preis-Sensitivität bedeutet Zapier.
Pricing-Tiers im Detail
Operations skalieren linear mit Lead-Volumen und Workflow-Anzahl. Hier die wichtigsten Pricing-Tiers und für wen sie wirklich passen.
Wichtiger Hinweis: jeder Workflow hat versteckte Operations durch Error-Handler und Filter-Branches. Wer 5 Operations pro Lead pro Workflow rechnet, liegt im Schnitt gut. Bei 1.000 Leads und 5 Workflows: 25.000 Operations, also Pro-Plan zwingend. Make-Operations rollen nicht in den Folgemonat über, sondern werden monatlich zurückgesetzt.
Für DACH-Mandanten: Plan-Wechsel ist jederzeit möglich, aber Make rechnet pro-rata zum nächsten Billing-Cycle. Free-Plan reicht für die ersten 2 Wochen Testing. Danach direkt Pro-Plan, weil Core in der Regel zu schnell ausläuft.
Häufige Setup-Fehler
Drei Anti-Patterns sehen wir in über 80 Prozent der ungemanagten Make-Setups, die wir bei Onboardings übernehmen.
Fehler 1: Workflows ohne Error-Handling
Production-Workflows brauchen Error-Handler-Module. Wenn ein API-Call fehlschlägt (abgelaufener Key, Rate-Limit, Schema-Change), läuft der Workflow stumm leer. Standard: jedes External-Module hat einen Error-Handler-Branch, der einen Slack-Alert sendet und den Lead in eine Manual-Review-Liste schiebt. Setup-Aufwand: 5 bis 10 Min pro Workflow. Spart Tage Debugging, wenn etwas kaputt geht.
Fehler 2: Operations-Verschwendung durch späte Filter
Wenn ein Workflow 10.000 mal pro Monat läuft, aber nur 800 Leads wirklich relevant sind, multipliziert sich die Verschwendung. Wer den Filter nach 5 Modulen setzt statt nach 1, verbraucht 8x mehr Operations. Filter direkt nach dem Trigger schalten, vor jedem teuren API-Call. Faustregel: pro Workflow-Lauf so früh wie möglich aussortieren.
Fehler 3: Workflows als Black-Box ohne Doku
Make-Setups werden über Monate gebaut, dann verlässt der Builder das Team. Niemand weiß mehr, was Workflow #23 macht. Standard: jeder Workflow hat im Make-Notes-Feld eine 3-Zeilen-Beschreibung (Trigger, Was, Warum). Optional: Notion-Doku mit Architektur-Diagramm oder ein kurzes Loom-Video pro Production-Workflow. Setup-Aufwand: 5 Min pro Workflow, spart Monate Onboarding-Aufwand bei Personalwechsel.
Fehler 4: Webhook-URLs ungesichert
Standardproblem: Webhook-URL wird in Form-Code öffentlich eingebaut, jeder kann den Endpoint mit Spam-Requests fluten. Lösung: Webhook nimmt einen Secret-Header an (z.B. X-Make-Token) plus Rate-Limit-Filter pro IP. Ohne diese Absicherung schießt ein Skript-Kiddie deine 10.000 Operations in einer Nacht weg.
Make ist mächtig, aber wer es nicht diszipliniert betreibt, baut sich technische Schulden auf. Error-Handling, Filter-Discipline, Workflow-Doku und Webhook-Security sind Pflicht ab dem 5. Production-Workflow. Wer das beachtet, kommt mit zwei Mandanten-Setups gleichzeitig zurecht.
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30 Min mit jemandem, der 200 plus Make-Setups gebaut hat
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